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Bericht
von der Besteigung der Matterhorn - Nordwand
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Überschreitung:
Matterhorn- Nordwand, Abstieg
Hörnligrat.
Zu
den Bildern
Als kleiner Junge sah ich auf einem Kalenderbild das berühmte
Matterhorn mit seinen 4478 m und hatte von da an den
Wunsch, diesen Berg zu
besteigen. Bedingt durch meine Zeit im Leistungssport als Langstreckler
und als
Radrennfahrer, konnte ich mir erst mit 44 Jahren meinen Wunsch erfüllen.
Bemerkenswert ist, dass
zufällig am selben Tag auch Toni Seiler am Berg war. Meine Freude war
überschattet,
weil 3 Tiroler mit denen ich
am Vortage aufsteigen wollte am selben Tag von der Schulter über
die Ostwand 1000 m
tief in den Tod stürzten. Am
Tag vor diesem traurigen Ereignis lernte ich auf der Hörnlihütte Kurt
aus Schladming kennen.
Ein Draufgänger und Könner
im kombinierten Gelände. Am Berg war er perfekt! Konditionell
passten wir gut zusammen,
ich war im Leistungssport
Langstreckler bei
"Bayer Krefeld-Uerdingen" Den Hörnligrat
begingen wir im Auf u. Abstieg
in 4:15 Std. Es war bis
dahin die schnellste Zeit einer Zweierseilschaft. Wir gingen immer
gleichzeitig.
Schon ein Jahr später
durchstiegen wir die Matterhorn- Nordwand.
Zur Aklimation unternahmen wir eine 3 Tagestour: "Von der
Monte-Rosa-Hütte am Fuße des Monte Rosa durchstiegen wir
die 900 m hohe 55°
steile Lyskamm NO-Wand 4538 m (Welzenbach- Route)
weiter über beide Lyskamm Gipfel.
anschließend über Castor
4230 m und Pollux 4097 m zum Schwarztorbiwak. Es ist eine kleine
Biwakschachtel für gerade Mal
4 Personen auf ca. 3700 m.
Hier mussten wir für unseren Tee Eis schmelzen.
Am nächsten
Tag stiegen wir über alle 5 Breithorngipfel die zwischen 4075 m und
4165 m liegen und stiegen über
das Kl. Matterhorn 3884 m ab
zur kleinen schön gelegene Gandegghütte.
Wegen eines Wettersturzes mussten wir in der Hörnlihütte am Fuß des
Matterhorn 3 Tage ausharren.
Dann endlich brachen wir um
12 Uhr nachts auf, suchten uns den Weg zum haushohen senkrechten
Eisabbruch
des Matterhorngletschers. Wer
hier an dieser Eiswand Schwierigkeiten bekommt, kann gleich wieder
umkehren.
Über
das Einstiegseisfeld kamen wir gut voran, wir kletterten gleichzeitig.
Aber schon bei der Travesierung zum Schrägcouloir
stellten wir fest, die Wand
war total von einer dünnen Eisschicht überzogen vom schlechten Wetter
in den Vortagen.
Hinter
uns gesellte sich noch eine Zweierseilschaft aus der Schweiz hinzu.
Im Schrägcouloir gingen wir
die „Pokorski- Variante“. Es waren mühselige Seillängen, ständig
nur einige Millimeter
im Eis auf Frontalzacken
stehend und seinen Partner zu sichern. Unsere Steigeisen mussten wir
durch die ganze
1200 m hohe fast senkrechte
Wand anhaben.
Kräfte raubend war das herausnehmen der Fels oder
Eisschrauben.
Um alle Haken stecken zu
lassen müsste man einen Zentner Haken mitnehmen, das ist aber unmöglich.
Oberhalb
vom Schrägcouloir hatten wir große Schwierigkeiten zu überwinden. Im
Eisschlauch über 60° war hartes Blankeis.
Abends 22 Uhr, wir sind nun
22 Std. ohne große Pausen geklettert, biwakierten wir auf der Höhe
unterhalb der Schulter.
Es war
ein eiskaltes Biwak ohne Daunenzeug halb am Seil hängend, an Schlaf war
nicht zu denken. Ich sah tief unter mir
die Lichter von Zermatt, da
taucht schon mal die Frage nach dem: “Warum" ….auf. Aber die
Beine und Arme ruhten,
das gab uns die Kraft für
den nächsten Tag.
Schon
bei Tagesgrauen kochten wir Tee und als die ersten Sonnenstrahlen uns
erwärmten, waren wir schon in den
Schwierigkeiten des
Gipfelaufbaus. Hier donnerte neben uns eine Steinlawine vorbei die uns
fast erschlagen hätte.
Wie sich später am Gipfel
herausstellte, war ein Hörnligratbegeher in die Nordwand ins Seil
gefallen, hat sich ein Bein gebrochen
und die Lawine ausgelöst.
Der Durst quälte mich, ich nahm immer wieder Schnee oder Eis in den
Mund, das ist aber wie
destilliertes Wasser trinken
also ohne Mineralien.
Und endlich legte sich die Wand zurück für die letzten Meter.
Nach 36
Std. Körpereinsatz brutal standen wir am Gipfelkreuz vom in diesem
Augenblick nicht geliebten Matterhorn
aber überglücklich.
Es war
die 108te Begehung seit der Erstbesteigung 1932 von den Brüdern Schmidt
aus München,
die seinerzeit für ihre
Leistung die olympische Goldmedaille anlässlich der olympischen
Spiele 1936 bekamen.
Problemlos war der Abstieg über
dem Hörnligrat. An der Solveihütte verständigten wir die Flugrettung
für den verunfallten
Bergsteiger auf dem Gipfel.
Und bei der Wanderung zum
Schwarzsee kam richtig Freude auf, meine Liebe zum Matterhorn war auch
wieder da.
Schon
im nächsten Jahr waren wir in der Eiger- Nordwand.
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