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              Mit meinem 13-jährigen Enkel Marcel eine Bergtour "Rund ums Matterhorn"
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Diese Rundtour um das Matterhorn ist in dem Buch von Luis Trenker/Helmut Dumler beschrieben.
Touristische Angaben:
Mehrtägige hochalpine Tour, Seil, Steigeisen, Eispickel, Beherrschung von Kompass und Höhenmesser.
Insgesamt zu bewältigen etwa 3500 Höhenmeter, Wegstrecke ca. 80 km, wovon 22 km über Gletscher verlaufen.
Im Buch angegebene Zeit: 6 - 7 Tage.
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Marcel war gerade 5 Jahre alt als ich mit ihm die ersten leichten Bergtouren unternommen habe. Es folgten klassische Klettersteige in den Dolomiten und bei Zermatt bestiegen wir seinen erster Viertausender. Mit zunehmenden Alter wurden die Berge immer höher. Marcel war immer mit Begeisterung beim Bergsteigen und Klettern dabei.
Ich kannte Marcels Stärke und wusste immer was ich ihm zutrauen konnte und dementsprechend habe ich unsere Bergtouren Monate vor unserem Urlaub geplant.
Als ich Marcel meinen Plan mitteilte, eine Rundtour um das Matterhorn mit ihm zu machen, war er sofort mit Begeisterung dabei.
Und hier schildere ich unsere Erlebnisse. 
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Unser Standort war der Campingplatz in Täsch, 7 km vor dem autofreien Zermatt.
Am ersten Tag fuhren wir morgens mit der ersten Zahnradbahn nach Zermatt. Der Weg zur Seilbahn um auf das 
kl. Matterhorn zu fahren, führte uns durch das noch schlafende Zermatt.
Mit der ersten Seilbahn schwebten wir mit Blick auf die wunderschön gelegenen Gandegghütte hoch auf das kl. Matterhorn 3898m
Das Wetter war gut und unser erstes Ziel war das 4171 m hohe Breithorn.
Ein langer feuchter Gang durch den Gipfelaufbau des kl.Matterhorns brachte uns auf den sonnenüberfluteten Theodulgletscher.
Nach etwa 2 Std. Wanderung auf dem flachen spaltenfreien Gletscher mussten wir nun unsere Steigeisen und den Eispickel auspacken um die steile Flanke zum Breithorn anzugehen. 
Das Breithorn nennt man auch einen "Damenviertausender", weil es unschwierig zu besteigen ist. Das schließt aber wiederum nicht aus, dass tunlichst eine gewisse Bergerfahrung vorhanden sein sollte.
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Nach kurzer Gipfelrast rüsteten wir uns wieder für den Abstieg, denn wir hatten noch einen langen Weg vor uns. 
Wir querten den Theodulgletscher um zum 3480 m hohen Theodulpass  auf der italienischen Seite zu kommen. Hier fuhren wir mit der Seilbahn runter nach dem ital.Schiort Breul/Cervinia auf 2006 m.
Meine Planung war hier zu übernachten um am anderen Tag die lange Wanderung nach Valtournanche in Angriff zu nehmen. 
Wir hatten aber Glück, denn 2 ital. Skifahrer, die wir in der Seilbahn kennen lernten, nahmen uns in ihrem Auto mit bis Valtournanche. Unsere Trinkflaschen waren leer, wir waren vom besteigen des Viertausender ausgebrannt. In einem Lokal an der Ecke füllten wir unsere Flaschen mit Wasser aber nicht bevor jeder von uns 2 Flaschen getrunken hatten.
Ein kurzes Gespräch mit meinem Burschen zeigte mir, dass er noch fit genug war um den langen eigentlich 2.Teil der Umrundung sofort angehen zu können. Es war ein langer Wanderweg ständig bergauf zum "Lago di Cignana" auf 2614m.
Direkt am See übernachteten wir im Rif. Barmasee das sich auch "Berghotel" nannte. Preiswert übernachten und seine eigene Brotzeit auspacken, konnte man auch in einer Hütte in der Nachbarschaft. Wir aber waren auf das Rif. Barmasee angewiesen, weil wir nichts mehr zu Essen im Rucksack hatten. Dementsprechend war dann auch der Preis.
Abendessen a la cart, Übernachtung, Frühstück für 2 Personen umgerechnet etwa 100 DM. 
Für eine einsame Berghütte ganz schön teuer.

2. Tag! (Laut Buch wäre es schon der 3. Tag).
Am frühen Morgen brachen wir auf zum nächsten Ziel, dem "Hotel Prarayer" am Stausee "Lago di Place Moulin" auf 2000 m. Nach kurzer Wanderung taleinwärts kam die erste Hürde, das "Col de Val Counera" auf 3174 m. Am Einstieg sah diese Felswand relativ einfach aus, deshalb gingen wir seilfrei. Aber das rächte sich in der Mitte der Wand. Denn auf den schmalen Griffen und Tritten lag teilweise Geröll oder Schnee. Ich stieg nur immer etwa 2-3 m hoch, reichte meinem Jungen die Hand und half ihm über die Schwierigkeiten hinweg.
Das war mir eine Warnung, nie mehr am Berg mit meinem Enkel ohne Seilsicherung zu klettern. Ich atmete auf, als wir diese Steilstufe überwunden hatten.
                       
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Weiter ging es über die "Pta. Fontanella" 3584 m,  danach ständig auf unwegsamen Gelände bergab durch das breite Hochtal von Chardonney bis zum "Hotel Prarayer". 
Laut Empfehlung im Buch sollte hier schon die 3. Übernachtung sein und wieder schaute ich in die Augen meines Burschen. 
Aus seinem Munde kam nur ein Wort:  "Opa wir gehen weiter".
Es war früher Nachmittag und ein weiter Weg zur "Aosta-Hütte" auf 2781 m stand uns bevor. In dem herrlichen von eisbedeckten Bergen eingerahmten Tal, stiegen wir am Buthierbach entlang der Aosta-Hütte entgegen. Unterhalb der Hütte, oh Schreck,
mussten wir doch noch unsere Eisen und Pickel aus dem Rucksack nehmen. Mehrere steile Gletscherabbrüche des "Tsa de Tsan-Gletschers" waren zu überwinden bevor wir endlich, ausgelaugt von den Strapazen in den letzten Tagen, zur Aostahütte gelangten. Plötzlich am letzten Steilstück rutschte  Marcel ein Steigeisen von der Schuhsohle und baumelte daneben. Ein wieder festzurren war in dieser prekären Situation nicht möglich. Mit Seilzug von mir schafften wir die letzten Meter.
Die kleine Aosta-Hütte ist unbewirtschaftet, ich hatte nur noch wenig zu Essen im Rucksack. Einer der anwesenden Bergsteiger am Tisch sah unsere karge Mahlzeit und spontan machte er für Marcel einen Teller voll von seiner warmen Mahlzeit. 
Das ist reine Bergkameradschaft, wir waren dankbar.
Die Nacht in der Hütte war eiskalt. Unsere Kleidung war noch feucht vom Schweiß. Im dunkeln konnte ich noch eine Decke ergattern für Marcel. Eng zusammen gekauert verbrachten wir die Nacht.
3. Tag! (Laut Buch wäre es ja schon der 5. Tag). 
Nun wurde es ernst. Der heutige Tag sollte der längste, schwierigste und gefährlichste Teil unserer Tour werden.
Beim Morgengrauen stiegen wir ohne Frühstück im steilem Geröll dem "Col de la Division" 3560 m entgegen. Unsere Flaschen waren wieder leer, ich trank ganz wenig, befeuchtete nur meine Lippen, Hauptsache mein junger Begleiter hatte zu trinken. 
Die Sonne brannte vom Himmel und wurde auf dem Eis noch verstärkt. Der Durst war all gegenwärtig. Beim queren eines mit Geröll bedeckten Gletscher hörte ich ein leises plätschern. Ich räumte das Geröll beiseite und wir konnten wieder unsere Flaschen mit Gletscherwasser füllen.
Über den "Tete di Valpelline" 3802 m kamen wir zum "Col de la Division" 3560 m. Der Anstieg zur Scharte war sehr steil, ab hier seilten wir uns an. Nun ging es den langen spaltereichen auf 3000 m hoch gelegenen Stockjigletscher  hinunter. 
Und hier passierte es...mein Enkel Marcel brach plötzlich bis zum Bauch in eine Gletscherspalte ein und seine Beine baumelten über dem Abgrund. Ich reagierte sofort, lief 2 oder 3 Schritte weiter, so dass das Seil straff wurde. 
Mit vereinten Kräften meisterten wir diese Lage.
Zu Hause gab Marcel zum Besten: "Er fiel in eine Spalte und was machte der Opa...läuft seelenruhig weiter"...
Im Vorblick beherrschte der düstere Westabsturz des Matterhorns die Szenerie. Rechts sahen wir die drohenden Hängegletscher 
der Dent de Herens- Nordwand.
   
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Am Ende des Stockjigletscher geht  der Abstieg über einen fast senkrechter Felsabbruch. Ich hatte Zweifel und überlegte, ob wir diesen Abstieg wagen sollten. Alternativ war ein Abstieg über das Ende des total zerklüfteten mit Spalten übersäten Stockji-Gletschers möglich aber ein viel längerer Weg.
Ich entschied mich für den exponierten Felsabstieg und nahm meinen Burschen ans kurze Seil. Ich bewunderte meinen Enkel, wie traumhaft sicher er und ohne zu zögern, die schwierigen Felspassagen meisterte. Ohne Schwierigkeiten erreichten wir den total mit Geröll übersäten Zmuttgletscher. Uns quälte wieder der Durst. Am Felsen im Schatten angelehnt machten wir eine Pause und wieder war's mein Spürsinn für die Gefahren am Berg...ich hörte ein leises Tropfen hoch über uns im Fels, 
es war Wasser zur rechten Zeit. Ich kletterte am Felsen hoch, Marcel reichte mir die Flaschen. es dauerte eine ganze Weile bis unser Durst gestillt war und die Flaschen voll waren.
Schräg gegenüber sahen wir die Schönbielhütte auf 2694 m gelegen, getrennt von einem steilen Moränen-Abbruch. Dem Buch nach wäre das die 6. Übernachtung, wir hatten gerade mal zwei Übernachtungen gebraucht. Die Frage für uns war, in der Schönbielhütte übernachten oder weiter den langen Weg über Zmutt nach Zermatt gehen. 
Wir entschieden uns weiter nach Zermatt zu laufen.
Weglos am unterem Rand der Moräne über Eis, große Felsbrocken, durch Sulzeis kamen wir nur langsam voran.
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Auf der rechten Talseite sahen wir die riesige, bedrohende Matterhorn-Nordwand über uns.   
Meine Gedanken gingen 15 Jahre zurück, als ich die Matterhorn-Nordwand in 36 Std. mit meinem Partner Kurt durchstieg. 
In Zmutt, es ist ein kleiner uriger Ort am Fuße der Matterhorn- Nordwand mit Steinplatten bedeckten Häusern, 
machten wir in einem kleinen Cafe Pause.
Zermatt kam immer näher und damit auch die stille Freude über das Gelingen unserer Tour "Rund ums Matterhorn". Ich war stolz auf meinem Burschen Marcel. Durch Zermatt marschierte er als ob er nur einen Rundgang um Zermatt gemacht hätte.
Ich dagegen war fix und alle, meine Beine schleppten sich nur mühselig bis zum Zermatter Bahnhof.
Angekommen am Campingplatz in Täsch kam richtig Freude für uns auf.
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Rund ums Matterhorn in 3 Tagen. Ca. 3500 Höhenmeter, bei ca. 80 km Weg, davon 22 km über Gletscher, über Drei und Viertausender. 

Ich bin sehr stolz auf die außergewöhnliche Leistung meines damals erst 13-jährigen Enkel Marcel. 


Hier eingezeichnet Stationen unserer Tour: 
Breithorn 4171m, Rif. Barmasee, Rif. Aosta und die Gletscherspalte in der Marcel einbrach!

  

 

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